Psychische Störungen
Eine Psychose äußert sich, vereinfacht gesagt, oft in einem Realitätsverlust mit Sinnestäuschungen. So genannte exogene Psychosen haben eine organische Ursache, z.B.:
· Verwirrtheitszustände im Alter auf dem weiteren Hintergrund einer Demenz vom Alzheimer-Typ oder Hirndurchblutungsstörungen oder Hirntumoren etc.
· Epileptische Psychosen
· Delir bei Alkoholkrankheit. Die hierfür bekannten optischen Halluzinationen (Sehen von weißen Mäusen) und die dazugehörende Desorientierung können auch andere exogene Psychosen kennzeichnen. - Siehe auch das Farbigsehen im LSD-Trip.
· ein hirnorganisches Psychosyndrom geht zwar nicht mit einem Realitätsverlust und Sinnestäuschungen einher, sondern mit Gedächtnisstörungen, allgemeiner psychomotorischer Verlangsamung, ist aber immer organisch zu beziehen, also auf eine erkennbare Hirnerkrankung z.B. ein schweres Schädel-Hirn- Trauma , eine fortwährende Hirntraumatisierung durch epileptische Anfälle, eine vorausgegangene Enzephalitis, einen Schlaganfall etwa.
Insofern ist bei jeder neu aufgetretenen Psychose auch eine körperliche Untersuchung notwendig, eventuell mit Zusatzuntersuchungen. Siehe auch unter Diagnostik.
Endogene Psychosen entsprechen zwar auch Hirnkrankheiten. Das organische Korrelat ist aber noch nicht identifiziert. Es gibt viele Hypothesen und Theorien dazu, aber leider keine wirklichen Beweise, so daß manche Kollegen eine reine Psychogenität favorisieren, ohne ihrerseits Beweise vorlegen zu können. Auch wenn die Genese dieser Psychosegruppe nicht entschieden ist, sind sie doch behandelbar und werden es immer besser. Die Verträglichkeit der hierfür notwendigen Medikamente wird immer besser, Spätfolgen werden immer seltener. Leider können diese innovativen und segensreichen Mittel nicht in dem notwendigen Ausmaß eingesetzt werden, da das Medikamentenbudget nicht ausreicht mit für den betroffenen Kranken unzumutbaren Konsequenzen für dessen Lebensqualität, die auch schon aus volkswirtschaftlichen Gründen nicht hinnehmbar sind, da die Folgekosten (vorzeitiges Herausfallen aus dem Arbeitsprozeß mit konsekutiven Hospitalisierungs- und Heimkosten z.B.)auf lange Sicht viel höher sind als die kurzfristigen Einsparungen. Zu dieser Psychosegruppe zählen
· Schizophrenien
· Schizoaffektive Psychosen
· Bipolare affektive Störungen, z.B. manisch-depressive Erkrankungen
· manche Formen von Depressionen
Der Behandlungsschwerpunkt liegt in einer individuellen Optimierung der psychopharmakologischen Therapie in Kombination mit stützender, am konkreten Problem orientierter, die verbleibenden Resourcen fördernder Psychotherapie, oft unter Einbeziehung der Angehörigen, und mit Soziotherapie, d.h. unter Einbeziehung weiterer Helfer wie Sozialarbeiter (Psychosozialer Dienst), spezialisierten Rehabilitations-einrichtungen (Dipro, Zoar, Wichern-Institut), behindertengerechten Arbeits- und Beschäftigungsprogrammen (Wichern-Werkstätten), betreutem Wohnen, Tagesstätten und Heimen (St. Christopherus, St. Lucas, Rubin).
Suchterkrankungen erfordern eine hohe, geduldige Professionalität, wofür sich besonders auch Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker(AA) mit erstaunlichen Erfolgen empfehlen. Substitutionsbehandlungen (Methadon) führt Dr. Schreieck nicht durch. Sein Kooperationspartner in dieser Frage ist Frau Dr. Katschinski in Kaiserslautern. |